Qualitätsmanagement

Beobachtung und Dokumentation

„Wer zusieht, sieht mehr, als wer mitspielt“ (Wilhelm Busch)

Beobachten und dokumentieren sind für die ErzieherInnen zentrale Aufgaben in (früh-)kindlichen Erziehungs- und Bildungskontexten. Es werden Basisinformationen gesammelt, die für die Schwerpunktsetzung in der pädagogischen Förderung des jeweiligen Kindes wichtig sind. Wir beobachten, woran die Kinder gerade Interesse haben, was sie aktuell beschäftigt, und nehmen dies in unsere tägliche Arbeit mit dem einzelnen Kind oder in die thematische Auswahl von Projekten auf. Damit wird gleichzeitig die Partizipationsfähigkeit der Kinder gefördert.

Darüber hinaus sind wir so in der Lage, den Eltern im jährlichen Entwicklungsgespräch umfangreiche und sehr genaue Informationen über den Entwicklungsstand ihrer Kinder zu geben. Die kindliche Entwicklung kann von der Geburt an bis zum 72. Lebensmonat genauestens analysiert und festgehalten werden.

Jedes Kind wird dreimal im Jahr in unterschiedlichen Situationen mit Hilfe der Leuvener Engagiertheitsskala gezielt beobachtet. Hier können wir sehen, wie vertieft ein Kind in seine "Arbeit"  ist, was uns wiederum Aufschluss darüber gibt, ob und wie sehr es emotional gefestigt ist und ob die unten genannten Bildungsbereiche altersgerecht entwickelt sind. Sofern wir bei einem Kind in bestimmten Phasen ein Defizit vermuten, ziehen  wir die  Entwicklungstabelle von Kuno Beller hinzu, die folgende Bereiche umfasst:

  •          Körperpflege
  •          Bewusstsein für das Umfeld
  •          sozial-emotionale Entwicklung
  •          Spieltätigkeit
  •          Sprache
  •          Kognition
  •          Grobmotorik
  •          Feinmotorik

Der Entwicklungsstand des Kindes wird aufgrund seiner alltäglichen Verhaltensweisen in seiner gewohnten Umgebung eingeschätzt. Unsere pädagogischen Angebote bauen dann auf dieser Informationsgrundlage auf. Die Auswertung der Dokumentation wird den Eltern in einem Entwicklungsgespräch einmal jährlich vorgestellt.

Ein weiteres Instrument der Dokumentation und Beobachtung ist das Sprachlerntagebuch. Kontinuierlich arbeiten wir mit jedem Kind vom dritten Lebensjahr an mit dem Sprachlerntagebuch und verfolgen so die sprachliche Entwicklung. Die Bücher stehen für Kinder und Eltern zugänglich im Gruppenraum und jedes Kind kann, wenn es möchte, auch selbständig an seinem eigenen Buch arbeiten. Das tägliche Geschehen, besondere Vorkommnisse und die Anwesenheit werden in Gruppenbüchen erfasst und dokumentiert.